Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Hier werden Fachthemen diskutiert. Welche Daten soll das System enthalten? Welche Funktionen soll das Neusystem enthalten?

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Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby hydr0x » 17 Mar 2013, 10:04

Ich möchte hier eine fachliche Frage aufreißen die mich beschäftigt und auch euch irgendwann beschäftigen wird. Ich weiß nicht wie genau aber ihr werdet sicher Rollen für die beteiligten Firmen an einer VÖ haben. Zwei davon werden wohl Publisher (= Hersteller?) und Distributor bzw. synonyme Begriffe sein. Hier mal mein grobes Rollenverständnis:

Publisher: Finanziert die Entwicklung, überwacht das Projekt und übernimmt das Marketing für das Spiel sowie die physische Produktion (Datenträger usw). Allerdings wird das Recht für eine bestimmte Region manchmal an andere Firmen verkauft, so dass dann z.B. in Europa ein anderer Publisher am Zug ist, der mit der Finanzierung und Überwachungs des Spiels eigentlich nix am Hut hat und nur die anderen Publisheraufgaben übernimmt (also z.B. das lokale Marketing)

Distributor: Sorgt für das Verteilen des Spiels in den Handel
(Anmerkung: Streng genommen zählt die Distribution zum Marketing, aber viele Firmen lagern das aus. Relevant ist es vor allem da der Distributor oft explizit auf der Verpackung genannt wird und entscheidend beeinflusst wie erfolgreich ein Spiel wird und wo man es kaufen kann)

Nun zu meinem Problem mit dieser eigentlich klaren Trennung: Softgold. Wie ihr sicherlich wisst hat diese Firma in Deutschland Spiele einiger großer Hersteller wie LucasArts vertrieben. Die Frage ist, sind sie nur Distributor oder gar Publisher? Hier mal ein paar Punkt die für (+) oder gegen (-) die Bezeichnung Publisher für Softgold sprechen:

- Softgold wird eigentlich nie auf der Vorderseite der OVP genannt
+ Auf der Rückseite und sonstwo steht oft "Published by Softgold"
+ Die Werbeanzeigen in deutschen Magazinen wurden durch Softgold entwickelt und geschaltet
- Covermotive u.ä. werden aus den USA übernommen
+ aber die Produktion der OVP+Datenträger scheint von Softgold organisiert zu werden

Objektiv scheinen fast alle lokalen Publisherrollen tatsächlich Softgold zuzufallen, aber sicherlich wäre es verwirrend eine Firma als Publisher in der Datenbank einzutragen die nichtmal auf der OVP erwähnt wird. Geworben wird bei Monkey Island z.B. sicherlich mit dem Markennamen LucasArts und man spricht, auch in Deutschland, von einem Lucas Arts Spiel. Was also tun?

Das Problem liegt sicher auch darin begründet dass der Begriff Publisher überladen ist und eigentlich alles von der ursprünglichen Finanzierung bis zum Vertrieb umfasst. Nun wird der Vertrieb traditionell bei Videospielen schon getrennt betrachtet, aber Softgold bewegt sich irgendwo dazwischen. Die erwähnten lokalen Publisher ersetzen aber das Logo des Originalpublishers mit Ihrem und viele Spieler wissen oft gar nicht dass das Spiel ursprünglich von einem anderen Publisher produziert wurde. Die Rolle von Softgold scheint schwächer. Nur fehlen mir irgendwie die Begrifflichkeiten um das alles klar abzutrennen. Irgendwelche Ideen?

Hier Beispielhaft noch ein Cover eines Softgold-Spiels:
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby MZ per X » 17 Mar 2013, 21:24

hydr0x wrote:Nur fehlen mir irgendwie die Begrifflichkeiten um das alles klar abzutrennen. Irgendwelche Ideen?

Interessantes Problem. Gehen wir doch mal die Alternativen durch:

1) Wir definieren für Softgold eine eigene Rolle.

In meinen Augen unmöglich, da Du dann genaue Kriterien definieren müsstest, wann eine Firma Publisher, Halb-Publisher oder Quasi-Publisher ist. :) Das scheitert in meinen Augen an der Praxis, da es meist an den genauen Daten mangelt, um den einzelnen Firmen pro Spiel ihre Rollen zuzuweisen.

2) Wir definieren nur eine Rolle "Publisher" im System, die alle Firmen bekommen, die nicht entwickelt haben. Dazu gibt es eine Tag List, die die verschiedenen Dinge abbilden kann, die diese Firmen so tun:

a) Eigenwerbung auf der Packung
b) Eigenwerbung im Spiel
c) Eigenwerbung im Handbuch
d) Finanzierung des Spiels
e) Support-Kontakt
f) Spielwerbung in Zeitschriften
g) Eigene Internetseite für das Spiel
h) ...

Klingt nach einer interessanten Alternative, aber auch hier sehe ich Schwierigkeiten, an die relevanten Daten zu kommen, insbesondere bei älteren Titeln.

3) Die Rolle "Distributor" wird genau definiert, das sollte nicht ganz so schwer sein. Beispielsweise kann es nur einen Distributor geben, wenn es vorher einen Publisher gibt. Und alle Firmen, die nach den Kriterien nicht Distributor sind, sind dann halt Publisher.

Ich persönlich denke, dass es letztlich auf 3) hinausläuft. :)
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Independent » 18 Mar 2013, 11:38

Für mich ist Softgold ein Publisher. Sofgold hat viele (oder alle?) spiele von Lucasarts in deutschland exklusive vertrieben. Kein andere hatte die erlaubis gehabt ähnliches zu tun. Meines wissens hat sofgold von der werbung bis zum pressen der cd (auch anleitungen, kundenservice etc.) getan auch wenn lucasarts die alles vorgegeben hat wie es auszusehen hat. Softgold hatte ein exklusive vertrag mit lucasarts gehabt um dieses spiel in Deutschland (Österreich, Schweiz...?) dieses spiel zu vertreiben.

Ein Distributor ist eine firma die filme, spiele etc. weiter verkauft. Steam ist ein Distributor denn die bieten nur die Plattform an also so eine art großhändler für mich. Softgold hatt aber den "Verbreitungsauftrag" gehabt sprich Lucasarts hat es entwickelt, sofgold hat sich die rechte "gekauft" um diese in Deutschland zu verbreiten, to Published. Sie haben das spiel eingedeutscht, deutsche anleitungen geschrieben, verpackung eingedeutscht etc.

Der Distributor kauft groß fix und fertige spiele oder sonst was ein und verkauft diese wiederum an MM, Saturn etc. mit ein kleinen aufschlag. Ein indie entwickler geht nach Valve und sagt ich habe hier ein spiel namens FTl was ich über steam verkaufen will. Valve sagt ja bekommt x euro pro verkauf und fertig. Steam ist ein Distributor für mich aber kein Publisher.

Pyramyde Software oder wie sich das schreibt, EA classic, Ubisoft Classic etc. sind publisher weil diese alles neu machen von der dvd hülle bis zum pressen der anleitung. Auch sind diese spiele fix und fertig gepatcht.

Oder sehe ich das mal wieder anders?

EDIT: Ob auf der vorderseite oder auf der rückseite, ganz klein oder ganz groß spielt keine rolle was den namen des publishers angeht.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Trypticon » 19 Mar 2013, 00:44

Spannende Frage, die noch nirgends durchgehend durchdacht wurde ;)

http://www.mobygames.com/forums/dga,2/dgb,4/dgm,174432/

Nun zu meinem Problem mit dieser eigentlich klaren Trennung: Softgold. Wie ihr sicherlich wisst hat diese Firma in Deutschland Spiele einiger großer Hersteller wie LucasArts vertrieben. Die Frage ist, sind sie nur Distributor oder gar Publisher? Hier mal ein paar Punkt die für (+) oder gegen (-) die Bezeichnung Publisher für Softgold sprechen:

Ähm, ich sehe die Prämisse von Softgold als Distributor nicht als selbstverständlich an, denn offiziell taucht meines Wissens (zumindest) bis Anfang der 90er nur der Name der "Mutter" Rushware in der Rolle für Deutschland auf:
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Ausführlichere Gedanken zum Thema "Töchter/Labels" etc. folgen ;)
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Trypticon » 31 Mar 2013, 01:34

Die Frage was nun Softgold genau war, mal beiseite geschoben. Ich habe den Ansatz für Firmendaten im UML Model gesehen. Wie man in dem verlinkten Thread zu Moby nachlesen kann, ist die Idee, Firmen mit ihrem gesetzlichen Namen inkl. der passenden Gesellschaftsform dort konsistent akkurat einzutragen, prinzipiell gescheitert, bzw. mangelt es an Standards. Auch bei der Frage, wie mit Labels bekannter Firmen umgegangen wird, kann man bei den diversen Datenbanken unterschiedliche Handhabung sehen. Oder es wird gar für eine Spieleintragung erst gar keine Firmenangabe zwingend vorrausgesetzt. Wie soll das bei Oregami aussehen? Die Frage ist ja auch im Hinblick auf eine eventuelle Übernahme von externen Daten interessant.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Independent » 31 Mar 2013, 12:17

Hierzu müsste man die Biografie der firma recherchieren.

Nehmen wir mal als beispiel Westwood Studios:

Westwood Associates > 1992 teil von Virgin Interactive Entertainment, Umbenennung in Westwood Studios. 1998 übernahmen (Westwood Studios und Virgin Interactive Entertainment) durch EA, Im jahre 2003 wurde Westwood Studios (und alle gegründete Studios geschlossen und in EA Los Angeles zusammengelegt. (quelle: wikipedia.org)

Hier sollte dann wirklich eine art tabelle geführt werden mit den korekten daten der enstehung des studios bis zur übernahmen, schließung oder zusammenlegung.

Ea war dafür bekannt firmen zu laufen und 2-3 jahre später wieder zu schließen.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Trypticon » 31 Mar 2013, 17:32

Der Haken daran ist, das du dir jetzt gerade einen der bekanntesten damaligen Entwickler als Beispiel genommen hast. Obskure Hinterhofschmieden, Mini-Labels, oder auch nur ein akkurater Überblick über sämtliche Niederlassungen einer großen Firma dürfte da etwas schwieriger werden.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby MZ per X » 31 Mar 2013, 23:24

Trypticon wrote:Wie soll das bei Oregami aussehen? Die Frage ist ja auch im Hinblick auf eine eventuelle Übernahme von externen Daten interessant.

Ein paar Bemerkungen dazu:

1) Unser Datenmodell wird durch das Basistabelle+Events-Modell in der Lage sein, Firmenstrukturen und Labels gut abzubilden. Ich weiß, dass das sehr schwierige Recherchen sind, da ich bei Moby teilweise so etwas versucht habe. Ich bin aber der Meinung, dass das wichtige Daten der Videospielgeschichte sind und dass wir sie demnach umfassend abbilden müssen.

2) Die Zuordnung der Firmen erfolgt bis jetzt auf Ebene der VÖ (Connection 6 im Datenmodell), was wir aber noch nicht ausreichend diskutiert haben. Eine weitere Möglichkeit wäre zum Beispiel, die an der Entwicklung beteiligten Firmen auf Ebene der VÖG zuzuordnen, da sie sich wahrscheinlich für alle VÖ einer VÖG nicht ändern. Das raubt uns aber etwas Flexibilität. Ob die Firmen (oder beispielsweise die Entwickler) eine Pflichteingabe beim Anlegen eines neuen Releases sein sollen, haben wir auch noch nicht diskutiert. Eine feste Meinung dazu habe ich noch nicht.

3) Wenn ich die Kommentare so lese, dann gefällt mir meine Alternative zwei von oben immer besser. Wir geben die Trennung zwischen Publisher und Distributor im System auf und definieren eine zusammengefasste Rolle dafür. Dann ordnen wir über eine Tag List zu, wie genau diese Firmen am Release eines Spiels beteiligt waren. Und wenn eine Firma eben nur als Logo auf der Packung erscheint, dann wird genau das zugeordnet. Diese Herangehensweise erspart uns die quasi unmöglichen genauen Definitionen der Rollen, wir müssen halt nur an die Daten kommen, möglichst mit Quellenangabe.

Aber das müssen wir ja immer. :)
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Independent » 01 Apr 2013, 15:40

Trypticon wrote:Der Haken daran ist, das du dir jetzt gerade einen der bekanntesten damaligen Entwickler als Beispiel genommen hast. Obskure Hinterhofschmieden, Mini-Labels, oder auch nur ein akkurater Überblick über sämtliche Niederlassungen einer großen Firma dürfte da etwas schwieriger werden.


Klar wird das schwieriger wenn man in in den Anfangsjahren hereinschaut. Deswegen muss man recherchieren was sehr zeitaufenwdig ist. Aber Rom wurde auch nicht an ein Tag gebaut.

Auf der Packung von Jane's Longbow 1 steht drauf Distribute by Electronic Arts.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Trypticon » 01 Apr 2013, 18:08

Zu 1) Natürlich kann und soll das alles abgebildet werden. Was ich möglichst vermeiden möchte ist, das jemand der ein Spiel mit allem drum und dran hat, sich mit diesen Daten immer auseinandersetzen muss. Z.B. weil

Auf der Packung von Jane's Longbow 1 steht drauf Distribute by Electronic Arts.


Auch bei der deutschen Version steht da "Electronic Arts Limited". Wie soll man das jetzt interpretieren? Die englische Niederlassung wird ja schlecht in Deutschland den tatsächlichen Vertrieb geregelt haben. Entweder war das die deutsche Niederlassung (GmbH- siehst du bezeichnenderweise der Packung nicht an), oder aber, es war eine Drittfirma (Anfang der 90er war das auch Rushware bei EA), was auf der Packung steht, muss da nämlich nicht unbedingt ausschlaggebend sein.

Ich würde nun möglichst dieses Gedöns möglichst weit vermeiden wollen und einfach für die erste grundsätzliche Klassifizierung sagen "Das ist ein Electronic Arts-Release". Punkt. Erstmal grundsätzlich. Ob Inc., Ltd, GmbH, S.A. etc. - diese Daten sind entweder in den Abbildungen der jeweiligen Firmenstruktur abgebildet, und wenn der potentielle Supporter Pech hat, eben nicht. Er kann sich nicht verlassen, das er die notwendingen Informationen aus einem Profil erhält, oder die Recherchen entsprechendes finden (und warum ihm auch noch das aufbrummen?).

Zu 2 fällt mir nix ein, zu 3)
Auffällig ist ja auch, das die Spielepresse sich auch oftmals nicht um klare Definitionen bemüht hat. Da stand dann bei einem Englischen Release im Mag Cinemaware/Mirrorsoft oder nur eine Firma und gut is.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Independent » 02 Apr 2013, 07:54

Auch bei der deutschen Version steht da "Electronic Arts Limited". Wie soll man das jetzt interpretieren? Die englische Niederlassung wird ja schlecht in Deutschland den tatsächlichen Vertrieb geregelt haben. Entweder war das die deutsche Niederlassung (GmbH- siehst du bezeichnenderweise der Packung nicht an), oder aber, es war eine Drittfirma (Anfang der 90er war das auch Rushware bei EA), was auf der Packung steht, muss da nämlich nicht unbedingt ausschlaggebend sein.


Habe auch die deutsche version. Jane's Longbow wurde von Origin entwickelt mit den Technischen daten von Jane's und Ea hat es finanziert.
Das Copyright liegt bei Origin. Der name Janes' Combat Simulations ist ein Markenzeichen von EA, Origin von Origin Systems inc. und Janes gehört Janes information groupe Ltd. Electronic Arts ein Markenzeichen von Electronic Arts. Eingedeutscht hat es die deutsche Niederlassung von Ea gemacht, Also EA gmbh.

Es ist ein EA spiel gar keine frage. Da wir ja im zeitalter von Coyprights leben ist irgendwo immer aufgeführt (als handbuch oder readme datei) wem was gehört. Das war früher so und heute erst recht.

Ich würde nun möglichst dieses Gedöns möglichst weit vermeiden wollen und einfach für die erste grundsätzliche Klassifizierung sagen "Das ist ein Electronic Arts-Release". Punkt. Erstmal grundsätzlich. Ob Inc., Ltd, GmbH, S.A. etc. - diese Daten sind entweder in den Abbildungen der jeweiligen Firmenstruktur abgebildet, und wenn der potentielle Supporter Pech hat, eben nicht. Er kann sich nicht verlassen, das er die notwendingen Informationen aus einem Profil erhält, oder die Recherchen entsprechendes finden (und warum ihm auch noch das aufbrummen?).


Ich bin da schon eher für eine Akribische auflistung. Der entwickler und der publisher sollten immer leicht zu finden sein und alles andere muss man dann eben akribisch recherchieren. Aufbrummen ist ein falsches wort denn ich denke er soll das eintragen was er weis und der rest wird ein andere machen. grundsätzlich wird es eh 2 supporter geben. die einen die akribisch alles nachschauen und die anderen die einfach nur punte sammeln wollen.Bei ältere titel da wird es verdammt scher aber das war früher so.
Was passiert eigentlich mit ein port? Das spiel Die Siedler wurde auf den Amiga von Blue Byte entwickelt und von Massive Development GmbH auf den PC portiert. Massive Development GmbH wurde von Jawood aufgekauft die letztens ja pleite gingen. Und wenn man noch weiter zurückschaut (cpc, schneider, c16 etc.) wird es noch verzwickter.

Auffällig ist ja auch, das die Spielepresse sich auch oftmals nicht um klare Definitionen bemüht hat. Da stand dann bei einem Englischen Release im Mag Cinemaware/Mirrorsoft oder nur eine Firma und gut is.


So einfach hat es sich die hol auch nicht gemacht. Das spiel It came from the Desert wurde in den USA von Cinemaware vertrieben und im rest der welt von Mirrorsoft. Die spielepresse kann auch nur das schreiben was sie wissen oder eben vom hersteller an infos bekommt. Folglich ist Cinemaware/Mirrorsoft korrekt aus meiner sicht.

Ich tendiere auch zu 2 hin. Wie wir es nachher machen das werden wir sehen. Wichtig ist nur das wir uns kein bein stellen und später eventuell zeitaufwendig alles wieder umbauen müssen. Am betsen sieht man das wenn man die daten eingibt.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby MZ per X » 04 Apr 2013, 22:54

Trypticon wrote:Ich würde nun möglichst dieses Gedöns möglichst weit vermeiden wollen und einfach für die erste grundsätzliche Klassifizierung sagen "Das ist ein Electronic Arts-Release". Punkt. Erstmal grundsätzlich.

Du willst quasi über die einzelnen Firmen noch eine Konzern-Ebene drüberschieben? Dann kann also ein "normaler" User ein Release mit dem Konzern eingeben, was viel schneller geht, ein Archäologe dagegen soll trotzdem die volle Breitseite an Daten eingeben können. Finde ich eine sehr interessante und gute Idee, die ich mal versuchen werde im Datenmodell umzusetzen.

Oder was mir noch einfällt: Wie wäre es mit Labels / Marken? Wir bilden die einfache Firmenzuordnung über die Labels auf der Packung ab. Das würde auch den Fall einschließen, dass eine Firma rechtlich geschlossen und nur als Label fortgeführt wird. Nur so eine Idee.

Trypticon wrote:Ob Inc., Ltd, GmbH, S.A. etc. - diese Daten sind entweder in den Abbildungen der jeweiligen Firmenstruktur abgebildet, und wenn der potentielle Supporter Pech hat, eben nicht.

Verstehe ich das richtig? Du willst Beziehungen zwischen dem Konzern und den Einzelfirmen im System hinterlegen nach dem Motto: Alle deutschen Releases der Jahre 1988-1995 des Konzerns "Electronic Arts" wurden von der "Electronic Arts GmbH" gepublished?

Puh, nicht schlecht. Aber haben wir denn so viel Informationen über die Verträge von damals? Und wurden diese Verträge immer eingehalten? Abbilden können wir solche Firmenstrukturen sicher im Datenmodell, aber ich würde das eher als unterstützende Funktion für den User sehen. Wenn ein Benutzer beispielsweise als Publisher den EA-Konzern eingibt und Deutschland und 1990, dann könnte man ihm die EA GmbH als Einzelfirma vorschlagen zur Überprüfung. Möchte er nicht prüfen, bleibt der Konzern erstmal stehen.

Independent wrote:Der entwickler und der publisher sollten immer leicht zu finden sein und alles andere muss man dann eben akribisch recherchieren. Aufbrummen ist ein falsches wort denn ich denke er soll das eintragen was er weis und der rest wird ein andere machen. grundsätzlich wird es eh 2 supporter geben. die einen die akribisch alles nachschauen und die anderen die einfach nur punte sammeln wollen.

Vielleicht können wir es allen recht machen, wenn wir wie oben vorgehen. Wenn man als Publisher erstmal den EA-Konzern hat, ist das doch schon was.

Independent wrote:Was passiert eigentlich mit ein port? Das spiel Die Siedler wurde auf den Amiga von Blue Byte entwickelt und von Massive Development GmbH auf den PC portiert. Massive Development GmbH wurde von Jawood aufgekauft die letztens ja pleite gingen. Und wenn man noch weiter zurückschaut (cpc, schneider, c16 etc.) wird es noch verzwickter.

Massive würde bei allen PC-Releases als portierende Firma hinterlegt werden. Die ganzen Firmen-Übernahmen, -neugründungen, -schließungen, etc. werden wir im System abbilden können.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Trypticon » 05 Apr 2013, 22:31

MZ per X wrote:
Trypticon wrote:Ich würde nun möglichst dieses Gedöns möglichst weit vermeiden wollen und einfach für die erste grundsätzliche Klassifizierung sagen "Das ist ein Electronic Arts-Release". Punkt. Erstmal grundsätzlich.

Du willst quasi über die einzelnen Firmen noch eine Konzern-Ebene drüberschieben? Dann kann also ein "normaler" User ein Release mit dem Konzern eingeben, was viel schneller geht, ein Archäologe dagegen soll trotzdem die volle Breitseite an Daten eingeben können. Finde ich eine sehr interessante und gute Idee, die ich mal versuchen werde im Datenmodell umzusetzen.

Oder was mir noch einfällt: Wie wäre es mit Labels / Marken? Wir bilden die einfache Firmenzuordnung über die Labels auf der Packung ab. Das würde auch den Fall einschließen, dass eine Firma rechtlich geschlossen und nur als Label fortgeführt wird. Nur so eine Idee.

Packung als Prämisse für setzt ja vorraus, das eine einsehbar ist..wenn das nicht der Fall, ist muss es eine "Fallback" Regelung geben.


Trypticon wrote:Ob Inc., Ltd, GmbH, S.A. etc. - diese Daten sind entweder in den Abbildungen der jeweiligen Firmenstruktur abgebildet, und wenn der potentielle Supporter Pech hat, eben nicht.

Verstehe ich das richtig? Du willst Beziehungen zwischen dem Konzern und den Einzelfirmen im System hinterlegen nach dem Motto: Alle deutschen Releases der Jahre 1988-1995 des Konzerns "Electronic Arts" wurden von der "Electronic Arts GmbH" gepublished?

Puh, nicht schlecht. Aber haben wir denn so viel Informationen über die Verträge von damals? Und wurden diese Verträge immer eingehalten? Abbilden können wir solche Firmenstrukturen sicher im Datenmodell, aber ich würde das eher als unterstützende Funktion für den User sehen. Wenn ein Benutzer beispielsweise als Publisher den EA-Konzern eingibt und Deutschland und 1990, dann könnte man ihm die EA GmbH als Einzelfirma vorschlagen zur Überprüfung. Möchte er nicht prüfen, bleibt der Konzern erstmal stehen.

Die obige Ausführung hatte prinzipiell den Zweck, nochmal die Problematik aufzuzeigen. Es ist gerade diese Informationslücke, der ich entweder durch Vereinfachung oder/und klare Regeln beikommen möchte.

Allerdings hatte ich tatsächlich die Vorstellung, das es eine gewisse Bindung zwischen Firmendaten und Zeiträumen gibt.
Prinzipiell ist das doch schon bei Moby im Ansatz da, oder nicht? Ich hatte z.B. kürzlich Releaseinfo eingegeben die dieses Profil berührte. Bei der Eingabe des Firmennamen "Grandslam" tauchen die entsprechenden Namen + Zeiträume auf. Der Supporter kann sich nun den passenden rauspicken. Was passiert allerdings, wenn dort ein Fehler vorhanden ist? So einen Fall hatte ich auch kürzlich Wenn sich dann mehrere Leute daran orientiert haben, gibt es entsprechende viele fehlerhafte Einträge in der Datenbank. Bei Moby müssten die jetzt einzeln korrigiert werden.

Nicht so effektiv oder?

Vielleicht können wir es allen recht machen, wenn wir wie oben vorgehen. Wenn man als Publisher erstmal den EA-Konzern hat, ist das doch schon was.

Du kannst die Sache mit dem Konzern vielleicht auch weglassen, wenn entsprechende Regelungen die Problematik entschärfen.
Wer sollten denn eurer Meinung nach die Publisher in diesen Fällen sein, und warum:
Bards Tale II deutsch
Elite US
Les Manly UK
Star Command Französisch
Drakkhen US
Autoduel UK

Die haben alle meiner Meinung nach bestimmte Besonderheiten.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby Independent » 06 Apr 2013, 09:43

ELITE: Ganz klar Telecomsoft für diese version. Es steht auch auf dem Backcover drauf: Published in the USA by Telecomsoft
Les Manly UK: Accolade
Star Command Französisch: SSI, Übersetzung war Ubi Soft
Drakkhen US: Die US version infogrames
Autoduel UK: Origin oder Microprose einer von den beiden. Um dies herauszufinden müsste man die version spielen um genaueres zu sagen.
Bards Tale II deutsch: Auch diese Version müsste man spielen um genaueres zu sagen.

Für mich ist es wichtig wie schon gesagt eine lückenlose aufklärung zu bekommen. Welche Firma hat was gemacht weil es zum Beispiel: Firma A, hat Spiel entwickelt, Firma B hat es VÖ, und übersetzt hat es Firma C. Da zu sagen das es z.B. ein EA spiel ist halte ich für nicht richtig.

Alte system kann man ohne probleme heute emulieren. Gamebase etc. ist da sehr hilfreich bei so was.
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Re: Softgold oder: wann ist ein Publisher ein Publisher?

Postby MZ per X » 07 Apr 2013, 22:45

Trypticon wrote:Prinzipiell ist das doch schon bei Moby im Ansatz da, oder nicht? Ich hatte z.B. kürzlich Releaseinfo eingegeben die dieses Profil berührte. Bei der Eingabe des Firmennamen "Grandslam" tauchen die entsprechenden Namen + Zeiträume auf. Der Supporter kann sich nun den passenden rauspicken.

Oh nein, so gut ist MobyGames in diesem Punkt leider nicht. Was man bei Moby abbilden kann, sind Namensänderungen einer Firma, nicht aber Verbindungen zwischen zwei Firmen wie Distributionsverträge oder Ähnliches.

Trypticon wrote:Du kannst die Sache mit dem Konzern vielleicht auch weglassen, wenn entsprechende Regelungen die Problematik entschärfen.

Die Sache mit der Konzernebene hat den Vorteil, dass man eben Daten einmal für den gesamten Konzern zuordnen kann. Das wäre vielleicht auch für andere Daten hilfreich. Muss ich nochmal drüber nachdenken.

Das folgende habe ich bisher aus diesem Thread mitgenommen:

1) Die Trennung zwischen Publisher und Distributor ist sinnlos und sollte aufgegeben werden.

2) Die Abbildung von Publisherverbindungen ist schwierig und sollte in mehreren "Schwierigkeitsstufen" erfolgen:

a) einfach: Konzernzuordnung

Eine simple Methode, um an Mindestdaten zu kommen.Der User muss sich nicht tiefgehend mit den beteiligten Firmen befassen und kann relativ schnell Releasedaten beisteuern. Selbstverständlich ist eine Konzernzuordnung dazu bestimmt, später durch detaillierte Daten ersetzt zu werden.

b) mittel: Logozuordnung

Über die auf der Packung oder im Spiel erscheinenden Logos kann ebenfalls eine erste (Fallback-)Firmenzuordnung erfolgen, wenn der User denn ein Herz für Logos hat. :) Allerdings können wir hier den Firmen natürlich keine Rolle zuordnen, wir könnten sie höchstens anhand anderer Rollenzuordnungen dieser Firmen "erraten". Ich habe die Logos gerade im Datenmodell umgesetzt (siehe UML-Modell unten links).

c) Schwer: detaillierte Firmenzuordnung anhand Quellen

Das ist die "normale" Methode, wie sie auch MobyGames benutzt. Ich würde sie nur gerne so abwandeln, dass man eben mit konkreten "Indizien" arbeitet. Benennung als Publisher auf der Packung wäre ein Indiz. Angabe als Supportkontakt im Handbuch, Schaltung von Werbeanzeigen, Nennung im Impressum der Spiele-Website oder ein bekannter Distributionsvertrag zwischen zwei Firmen wären andere Indizien, es gibt sicher noch einige mehr.

Auf diese Weise könnten wir die komplexen Publisherverbindungen so abbilden, wie sie sich nach außen hin darstellen, und den User anhand der Quellen selbst entscheiden lassen, ob er die beteilgte Firma nun Publisher, Distributor oder irgendwas dazwischen nennt.
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